30.01.2025, 17:57

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Ophelia Dalgaard
Ophelia
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Dalgaard
It's alarmin', honestly, how charmin' she can be
Geboren in eine der angesehensten Adelsfamilien Djerholms, wuchs Ophelia mit dem Bewusstsein auf, dass ihr Name ebenso viel wert war wie ihr eigener Verstand. Schönheit war ein Geschenk der Götter, aber Macht – wahre Macht – wurde nicht verliehen, sondern genommen. Man lehrte sie die Kunst der Diplomatie, das Spiel der höfischen Intrigen, und vor allem, was es bedeutete, fjerdisch zu sein: stark, unnachgiebig und unbefleckt von den Verderbtheiten fremder Länder. Und so prägte sich tief in ihr Herz eine eiserne Überzeugung ein – dass Grisha eine Perversion der Natur seien, eine Bedrohung für die Reinheit Fjerdas. Ihr Hass auf sie war kein bloßer Vorbehalt, sondern eine Flamme, die sie mit jedem Atemzug nährte.
Doch so sehr Ophelia den Stolz ihres Landes in sich trug, so wenig galt das für ihr eigenes Leben. Ihre Ehe war kein Bund aus Liebe, sondern aus politischem Kalkül. Ihr Mann, ein kühler Stratege an der Seite des Königs, war doppelt so alt wie sie und nur halb so interessiert an ihrer Gesellschaft. In der Öffentlichkeit war er der ehrenwerte Berater, doch hinter verschlossenen Türen war er nichts weiter als ein Schatten, der sie ignorierte. Kein liebes Wort, keine Geste der Nähe – nur ein schweigendes Nebeneinander, das sich in ihrer Brust wie ein langsam wachsendes Gift ausbreitete.
Und so begann Ophelia, ihr eigenes Spiel zu spielen. Wenn ihr Gatte sie nicht begehrte, dann sollten es andere tun. Ein Blick hier, ein leises Lächeln dort – nichts, das man als unziemlich bezeichnen konnte, aber genug, um ihr die Kontrolle zurückzugeben, die man ihr geraubt hatte. Ihre Flirts waren keine Liebesbekundungen, sondern ein stiller Protest gegen das Leben, das man ihr auferlegt hatte. Vielleicht war es kindisch, vielleicht auch gefährlich, doch in diesen flüchtigen Momenten der Aufmerksamkeit fühlte sie sich lebendig.
Doch am Hof durfte man sich keine Schwäche erlauben. Jeder Fehler, jede Unachtsamkeit konnte zum Fall werden, und Ophelia war nicht bereit, sich als Spielfigur verbrauchen zu lassen. Sie war klüger als das. Geduldiger. Ihr Einfluss auf die Königin war vielleicht nicht so stark wie der ihres Mannes auf den König, aber sie wusste, dass Worte im richtigen Ohr manchmal mächtiger sein konnten als Schwerter.
Und doch blieb eine leise, nagende Frage in ihrem Innersten. War dies wirklich alles, was das Leben für sie bereithielt? Eine kalte Ehe, flüchtige Blicke und die Schatten der höfischen Machtspiele?
Was ich suche?
• Freunde im Ice Court
• Gelegentliche Flirts
• Ihren Ehemann
• Feinde, Neider Kontrahenten
